Wieso sind Elche die gluecklicheren Lebewesen?

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Keine Zeit, keine Zeit, Rosmary

Hallo Liebes Tagebuch,
Heute war ein sehr spannender Tag,
Morgens um 6:35 erwachste ich aus meinem komaartigen Schlaf und entschloss mich wach zu bleiben, da ich um 7:00 eh aufstehen musste. Heute war naemlich der langerwartete Tag! Anja holte mich etwa 20 Minuten vor 8 ab und wir fuhren nach Deidesheim, um dem dummen, ungeliebten Azubi zu kuendigen. Also eigentlich seinen Eltern die Kuendigung in den Briefkasten zu werfen, vor dem Haus zu tanzen und zu singen. Das muss dringend vor 9:00 passiert sein. Was weiss ich wieso, muss es eben.
Der neue Azubi... Christopher, aber du darfst Chrissi zu mir sagen. Haha, nee, lass ma. Bzw. inzwischen der Ex-neue Azubi oder der neue Ex-Azubi. Wenn er dich anblick siehst du das wahre Boese in seinen Augen glitzern. 
Grundsaetzlich wird jeder von ihm dumm angemacht, egal ob Chef, Kollege oder
anderes Azubi. 
Selbst ich hatte manchmal Angst vor ihm, was ich nie zugeben wuerde.
Aber hey, seiner neuen Karriere als Klaeranlagentaucher steht nun nix mehr im Weg! Das ist ein Beruf, da stoert es keinen, dass er n Gesicht wie Satan zieht, unfreundlich zu Kunden ist, nicht im Team arbeiten kann, seinen Arbeitsplatz nicht odentlich verlaesst, .... Da ist er ganz alleine mit nem grossen, tiefen Pool voll schwimmendem Faekal. Und wenn er dann sich danach nicht duschen will, ist das seine Sache. Aber man verdient gut, kann sich quasi selbstverwirklichen und hat ne Menge Freiraum. Gut, die Aufstiegsmoeglichkeiten sind beschraenkt. Aber man muss auch mal Kompromisse machen.

Ausserdem warte ich heute schon den zweiten Tag auf Toni. Irgendwie ist der immer noch nicht aus dem Urlaub zurueck. Vielleicht kommt der gar nicht zurueck, schliesslich haben sie ihn eventuell doch mit seiner italienischen, jungfraeulichen (dann inzwischen wohl nicht mehr), christlichen Cousine Rosa Parisi verheiratet. Ich bin eifersuechtig. 
Ich warte und warte, warte und warte und er ist noch immer nicht da, Krise untertrieben. Ich sollte nach Sizilien telegraphieren und ein Preisgeld auf seinen Kopf (LEBEND!) aussetzen. Bei so viel Mafia wird.. ehm.. bei so viel Familie wird ihn sicher schon einer finden. Auch, wenn er etwas gefoltert werden koennte auf der Herfahrt, das geh ich ein, wenns sein muss.
Er sagte 2,5 Wochen sei er weg, nicht 2,5 Monate oder gar Jahre.
Wir haben heute die magische Grenze von 2 Wochen und 4 Tagen. Ab morgen sind 
es quasi eigentlich 3 Wochen. 
Ich werd mir jetzt mein Essen waermen und grummeln.
Bis bald, liebes Tagebuch!




Hallo liebes Tagebuch!
Ich dachte mir nichts boeses und gammelte so im Internet herum, schrieb ein wenig mit mein Johanna ueber ICQ und unterhielt mich entspannender Weise mit ihrem Bruder in diesem lustigen Internetspiel. Doch dann! Mein Wlan wollte nicht mehr! Ich natuerlich erst mal ganz locker versucht neu zu verbinden. Ein Neustart brachte auch nicht das gewuenschte Ergebnis. Dann SMS von mein Johanna "Dein Toni ist jetzt online". Jetzt ergriff mich die Panik! Ich warte doch keine 2 Wochen, 5 Tage Tag und Nacht auf den Kerl, um dann einfach schlafen zu gehen! Wohlgemerkt, es war schon nach Mitternacht.
Ok, Kabel gesucht, in komisches Routerding und PC gesteckt, klappt auch net. Dann, die Erleuchtung! Die Software vom WLansteckUSBdingens! Also, installiert, neugestartet, alles natuerlich vorschriftsmaessig.
WLandinger gesucht, tatsaechlich meines gefunden, das ja eh nicht geht, also ein ungesichertes gesucht und das erste Mal mit einem FremdWLan verbunden. Ohje!
Und was ist? Toni schon wieder weg. Maenner!
So, liebes Tagebuch, das war erstmal der Frust fuer diesmal. Bis bald!



Trolle und andere Baehpfuis...

Hallo liebes Tagebuch!
Heute war ich sehr sehr muede und das kam so:
Also, ich sass da und dachte mir nichts boeses. Ich plauderte wieder mit mein Johanna ueber ICQ und freute mich des Lebens. Da loggt der Toni ein! AH! Mein Toni ist zurueck. Freude! Er wurde nicht verheiratet in Sizilien an seine jungfraeuliche, christliche Cousine Rosa Parisi! Wer haette das gedacht, wo er doch nun auch schon die 22 Jahre erreicht hat. Quasi ein alter Mann. Wir plauderten und plauderten, die Stunden verstrichen. Wir sprachen ueber dies und das und jenes und ueberhaupt und zack! Drei Uhr morgens. Scheiiiisse!
Ich also fix ins Bett und konnte natuerlich nicht sofort einschlafen, weil ich so aufgeregt war. Um 20 nach 7 Klingelt der Wecker, BRRRRR!! Ich dreh mich noch mal um und denke: Noch 5 Minuten. Nach den dritten 5 Minuten reisst ein hoellischer Knall mich aus meinen Knabenmorgenbluetentraeumen und irgendwas plaetschert. Ominoes...
Ich stehe also schlaftrunken auf und suche die Quelle des Plaetscherns und des Knalls. Und nach 2-3 Minuten hatte ich die sogar gefunden! Die Flasche Sekt, die ich bei der Tombula des Kaninchenclubs in Frankenthal gewonnen hatte, naja, nicht gewonnen, die Gewinnerin gab sie mir, weil sie sie nicht wollte, war zerplatzt! Explodiert! In 1000 Teile zerfetzt! Einfach so! Die Scherben waren in einem Radius von 3 Metern zu finden und der Boden klebte, die Kommode klebte, alles klebte und roch wie ne schlechte Party. Also schnapp ich mir ein Handtuch und noch eines und noch eines... und werf es erst mal auf die wichtigsten Nassstellen. Aber nun schnell!
Ab ins Bad, duschen, Zaehne putzen, anziehen, ab zur Arbeit. Samstags beginnen wir ja immer ein Stuendchen frueher. Deswegen habe ich dann auch meine S-Bahn verpasst, wegen dem Malheur. Die haett ich sicher aus so verpasst, aber dann waere ich und nicht die Flasche schuld gewesen. Vielleicht war es auch mein gestoerter Nachbar. Dieser Nachbar, ich weiss noch nicht, welcher dieser, pfeifft jeden Morgen zwischen 6:30 und 10:30. Nicht irgendwie, sondern so trillernd, wie man das frueher in den alten Filmklassikern getan hat. Das nervt! Deswegen hat sicher die Flasche zu vibrieren begonnen und ist explodiert. So ein Arsch, soll er putzen, wenn er schon vibrieren muss.
Ok, also, ich laufe zur Arbeit und Maike und der Troll sind schon da. Wir setzen uns erst mal hin, ich rauche eine, plaudere mit Maike, der Troll hoert zu. Dann Tagesstart und ab durch die Hecke!
Einige Stunden spaeter, ich moechte dem Troll zeigen, wie man Etiketten druckt. Als alles erledigt war und ich dachte "jut, das hat genau eine Zigarette gedauert, gehen wir wieder vor..." dreht sich der Troll zu mir, Traenen geschwaengerte Augen und... die Sirene beginnt.
Aaaach, sie muss ja so frueh aufstehen, schon um 6 jeden Morgen, sie sieht ihren Freund so selten, erst ab 21 Uhr jeden Abend, sie hat so Angst, dass sie die Probezeit nicht besteht, wie auch, wenn man dauernd weint? Oh Gott, ich bin nicht fuers Troesten gemacht. Ich bin die Fiese, nicht die Nette! Ich also rational versucht zu beruhigen, einige Scherze eingestreut, .. was soll man machen? Endlich war sie wohl fertig und wir konnten wieder vor gehen.
Ich hab nichts gegen kleine, dicke Maedchen, die viel weinen, aber wieso muessen sie mir passieren?
Das Unheimliche an ihr ist auch, dass sie wie ein Schatten ist. Sie verfolgt einen. Sie ist immer hinter einen. Ich fuehle mich beobachtet.
Aber so viel erstmal zu heute, liebes Tagebuch, ich hab noch andere Dinge zu tun, als dir mein ganzes Leben zu schildern. Bis bald!

Wieso Ueberstunden attraktiver sind als Heultrollschatten...

Liebes Tagebuch!
Samstag war ein extrem interessanter Tag! Also...
Morgens stand ich auf, es war frueh morgens, also kacke, ich hasse es morgens aufzustehen. Ich meine, was soll das? muss man denn wirklich so frueh aufstehen? Koennen Kunden sich nicht einfach nach Oeffnungszeiten richten? Reicht es nicht gegen 12 langsam aus dem Bett zu krabbeln und nen Laden um 14:00 zu oeffnen? Hm.. Dann muesste ich bis 23:00 arbeiten. Uncool. Trotzdem. Frueh aufstehen suckt gewaltig. 
Mein Nachbar, der immer trillernd pfeift morgens hat nun begonnen laut zu singen. Es sollte ihm wer sagen, dass ers nicht kann. Es machte mich heute schon beim Aufstehen total genervt. Ich war so geladen, dass ich mich aus protest nicht geschminkt habe. Scheiss drauf.
Also Samstag...
Ich betrat die Filiale, schaltete den Alarm aus, ging hinter, zaehlte Kasse vor, setzte mich hin und fing an zu rauchen, ein toller Tagesstart also. Dann, etwa 4 Minuten spaeter betrat der Heultrollschatten meine Hemisphaere. Sie kam rein, ich sagte ihr, sie solle die Kasse nachzaehlen. Das dauerte ewig. Nun gut, sie ist ja neu. Dann rueber in den Aufenthaltsraum, schliesslich haben wir noch ein paar Minuten... und da.. Traenenschwangere Augen... Oh nein. 
Ihre Eltern... Ihre Schwester... Blaafaselblubb... 
Dann waehlte ich eventuell den falschen Zeitpunkt und sagte: "Ich habe heute eine Spezialaufgabe fuer dich, fuer die du den ganzen Tag zeit hast." - "Was denn?" - "Du darfst das Bettwaeschekonzept umsetzen." - "Das hab ich schon gemacht." - "Es ist aber nicht richtig gemacht. Da stimmt nix." - "AAaaaaber der Sven hat gesaaagt..." - "Das ist egal, es muss richtig gemacht werden." Stille.. Schluchzen... Oh nein! Sie meinte, ich haette das zu streng gesagt. Zu ernst. Ja, soll ich Luftschlangen schmeissen, hin und her springen und singen "Saaaraaah, das Koo..koo..koonzeeept... maaahahahaaach eeessssss..." ? Das ist doch albern. Das ist ne Arbeit, kein Zirkus oder Beschaeftigungsstaette fuer schwervertrollte. Manchmal hasse ich meinen Job.
Danach haben wir den Laden eroeffnet und dann, als wir fertig waren fing sie wieder an. Schluchz, heul, buhuu, will sich entschuldigen, sie will sich ja keine Feinde machen. Ich sagte, es waere ok, sie sollte das Dekoschalregal aufraeumen. Sie sagte, neeein, sie muesse sich entschuldigen. Ich sagte, es passt schon, sie soll das Dekoschalregal wirklich aufraeumen. Das ging so 3 Minuten hin und her, bis sie endlich abgewatschelt ist, um das scheiss Dekoschalregal aufzuraeumen!
Ich war ja, wie man sich sicher vorstellen kann, total happy, als Maike endlich um 11 kam. Zwei Stunden mit dem Troll sind toetlich!
Als um 14:00 Sven kam hab ich mich dann nach Weinheim verzogen, da sind naemlich alle Krank. Mirko hat sich den Oberschenkel zerfetzt, Ricarda wollte ihren 47 Krankheitstagen noch ein paar das Jahr zufuegen, Uli ist im Urlaub, Hendrik ist mit der Ausbildung fertig, Tanja hatte frei und der Filialleiter ist mit meiner Filialleiterin in die Heimat zurueck (GUT so! Ich goenns ihnen ehrlich). 
Also, ich in Weinheim. Ja, war nicht weiter erwaehnenswert. Hab da das gleiche gemacht, wie in Mannheim. Kunden anschleimen und mit Kollegen ueber Kunden herziehen. Dann bin ich da in den einfach nur genialen Einkaufsmarkt gegangen und da gabs nur ultraleckere Sachen, haette mich tot kaufen koennen, aber die wollten meine ECKarte nicht nehmen. Ups... hatte zum glueck die Mastercard dabei. Jaja, zahl ichs halt naechstes Monat. Aber: Ein wenig Zeit ohne meinen Heultrollschatten. Ach, die is ja so nervig!
Jetzt ess ich erst mal mein kaltes Essen... Mama rief an, naja, so kanns gehen. Muetter sind ja soooo kommunikationsbeduerftig.


Über das Zauberwesen "Distel"

Hallo liebes Tagebuch!
Heute habe ich die Schoenheit von Disteln kennengelernt und habe beschlossen ihnen zu Ehren ein Gedicht zu verfassen:

Die Distel

Distel, schoenste Distel mein,
so gruen, so stachlich, so fein.
Elfengleich stehst du am Wegesrand,
auf Erde, Stein und Sand.
Dein violettes Koepfchen wiegst du sanft
im lauen Wind, so still und zart.
Und waer ich nur ein kleiner Schmetterling,
ich faend dich doch bezaubernder noch als des Gaensebluemchens sanfte Beruehrung von der Sonnengekuesster Bluetenblaetter.
Auch noch so viele unwirsche gebahren, des Fahndens muede,
zauberst du mir ein gar freudiges Laecheln aufs Gesicht,
mich erfreuend, mich erquickend, mich gar belebend in der samtigen Form deines Leibs.
So zart, so lieb, so schoen!
Oh waere ich nur bei dir, meine geliebte Distel,
ich erzaehlte dir von weiten Laendern, rauer See, tiefen Taelern und den Traeumen, die aus Wolken doch entstehn.
Oh Distel! Sei doch immer bei mir und steche wer gar garstig gebahren an den Tag legte!
All die Kunden, Trolle, Andere!
All die Sorgen, Aengste, Noete naehmest du!
Hach, oh meine Distel mein, teile ein wenig freudiger Peripheri der Hemisphaere sondergleichen gar mit mir.
Auf deiner Wiese, umgeben von Veilchen, Glockenblumen und gemeinem Hornklee. Sein mein Vergissmeinnicht, sei meine Schafgarbe und stille das Leid, das in mir brennt wie als waer ich ein Hocker unter dem Steiss eines Trolls.
Welch unglaubliches Leid das waere!
Ich wuenscht, ich waer in Panama, mit dir, meine Distel, mit dir!
Fern von all den Autos und Lastern der B38, die sich so unglaublich dreist an meinem Haus entland schlaengelt, wo doch dort sonst so viel Platz waere fuer dich, meine Distel!
Oh Distel, ich bin so muede, ich werde schlafen und in meinen Traeumen des Gedankens an dich verschwenden, du stachliches Objekt!